Schädlinge: Thripse, Blattläuse, Miniermotten und andere Insekten

Es gibt Hunderte von Insektenarten, die zu einer echten Plage und Bedrohung für deine Cannabispflanzen werden können. Besonders in Hitzeperioden steigt ihre Vermehrungsrate sprunghaft an und ein Befall kann sich rasend schnell ausbreiten. Zum Glück sind die meisten Insekten harmlos. Einige Arten können der Ernte jedoch massiven Schaden zufügen. Umso wichtiger ist es, die Pflanzen aufmerksam zu kontrollieren, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Zu den häufigsten Schädlingen im Indoor- und Outdoor-Anbau von Cannabis zählen: Thripse, Weiße Fliegen, Schild- und Schmierläuse, Blattläuse sowie Miniermotten. Eine regelmäßige Inspektion ist entscheidend, um Auffälligkeiten zu bemerken, bevor eine unkontrollierbare Kolonie entsteht. Viele vorbeugende Maßnahmen wirken zuverlässig gegen verschiedene Schädlinge, weshalb Prävention stets an erster Stelle stehen sollte.

Thripse im Cannabis-Anbau

Thripse sind 1 bis 3 mm große Fluginsekten, die ihre Eier an der Blattunterseite ablegen und Pflanzensaft saugen. Es gibt viele Thripsarten, die am häufigsten auf Cannabis auftretende Art ist jedoch der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis). Die Weibchen legen Eier ab, die besonders bei warmen Temperaturen und moderater Luftfeuchtigkeit schnell schlüpfen.

Thripse. Fotografie von Biobest

Wie erkenne ich einen THRIPSE-Befall im Anbau?

Durch das Saugen hinterlassen Thripse auf der Blattoberseite feine weißliche oder silbrig glänzende Sprenkel, die wie kleine Entfärbungen aussehen. Bei fortgeschrittenem Befall kräuseln sich die Blätter und die Pflanze zeigt deutliche Schwächeerscheinungen.

Wie bekämpft man sie?

Das Ausdünnen der unteren Pflanzenteile nimmt den Thripsen ihren bevorzugten Rückzugsort. Als biologische Pflanzenschutzmittel eignen sich natürliche Pyrethrine oder Neemöl, das die Larvenentwicklung empfindlich stört. Zudem wirkt Neemöl vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Um einen Befall frühzeitig zu erkennen, werden blaue Leimtafeln im Kulturraum aufgehängt. Zur biologischen Schädlingsbekämpfung eignet sich der Einsatz des natürlichen Fressfeinds Amblyseius cucumeris (Raubmilben).

Blattläuse an Cannabispflanzen

Blattläuse sind 1 bis 3 mm groß und treten in verschiedenen Arten auf. Genau wie Thripse saugen sie den Pflanzensaft ab und schwächen die Cannabispflanze nachhaltig. Im Frühjahr und Sommer besteht die Population aus lebendgebärenden Weibchen, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen. Ein einziges Weibchen kann so rund 100 Klone hervorbringen und in kürzester Zeit eine Massenvermehrung auslösen. Darüber hinaus übertragen Blattläuse gefährliche Pflanzenviren und Krankheiten.

Blattläuse. Fotografie von Biobest

Symptome eines BLATTLAUS-Befalls:

Blattläuse sind mit bloßem Auge sichtbar, sie sind nicht mikroskopisch klein. Zu den typischen Schäden zählen Wachstumsstopp, Blattverkrüppelungen und Verdorren. Die Tiere scheiden überschüssigen Zucker als klebrigen Honigtau aus. Dieser verklebt die Blattoberfläche und blockiert die Photosynthese.

Wie bekämpft man sie?

Als Nützlinge kommen Schlupfwespen wie Aphidius colemani oder Gallmückenlarven (Aphidoletes aphidimyza) infrage (Beratung im Growshop empfohlen). Biologische Spritzmittel gegen Blattläuse sind Kaliseife (Schmierseife), Neemöl oder Pyrethrine. Auch Hausmittel wie Brennnesselsud oder Knoblauchtee können helfen. In extremen Notfällen existieren chemische Insektizide, die jedoch nur in der Wachstumsphase und unter Einhaltung strenger Sicherheitsfristen verwendet werden sollten.

Miniermotten

Die Larven der Miniermotten ernähren sich vom Blattgewebe der Cannabispflanze. Dies führt zu Vertrocknungen und hemmt das Wachstum. Sie graben Gänge durch das Blattinnere und öffnen Krankheitserregern wie Pilzen oder Bakterien Tür und Tor.

Miniermotten. Bild von LaMarihuana.com

Wie erkenne ich MINIADE-Spuren im Anbau?

Das Schadbild ist unverkennbar: Die Minierfliege sticht das Blatt zur Eiablage an, woraufhin die geschlüpfte Larve tunnelartige Gänge frisst. Diese Miniergänge zeichnen sich als helle, geschwungene und weißlich-matte Linien auf der Blattoberseite ab.

Wie bekämpft man sie?

Als wirksamer Nützling gegen Miniermottenlarven wird die Erzwespe Diglyphus isaea eingesetzt. Zur direkten Behandlung helfen Kaliseife oder Neemöl. Betroffene Blätter sollten zuerst manuell entfernt und entsorgt werden. Da die Larven im Inneren des Blattes geschützt sind, wirken Kontaktmittel über die Blätter nur bedingt; eine Gabe von Neemöl über das Gießwasser ermöglicht eine systemische Aufnahme. Chemische Mittel sollten vermieden und keinesfalls in der Blütephase verwendet werden.

Weiße Fliegen an Cannabispflanzen

Die Weiße Fliege ist ein weit verbreiteter Schädling im Indoor- wie Outdoor-Bereich. Sie saugt Pflanzensaft und scheidet reichlich klebrigen Honigtau aus, welcher die Photosynthese der Blätter massiv behindert.

Weiße Fliege. Fotografie von Biobest

Symptome der WEISSEN FLIEGE:

Bewegt man die Triebe der Pflanze, fliegen die kleinen weißen Insekten sofort auf. Befallene Blätter vergilben, trocknen ein und fallen ab. Zudem begünstigt der ausgeschiedene Honigtau Rußtaupilze, die das Blattwerk mit einem schwarzen Belag überziehen.

Wie bekämpft man die Weiße Fliege?

Kaliseife und Neemöl sind bewährte biologische Gegenmittel. Rainsfarn- oder Wermutsud eignen sich als natürliche Abschreckungsmittel. Gelbtafeln sind unverzichtbar: Die Signalfarbe zieht die fliegenden Insekten an, wodurch sich Befallsherde frühzeitig erkennen und eindämmen lassen.

Schild- und Schmierläuse im Anbau

Diese Schädlingsgruppe bevorzugt warme, feuchte Bedingungen. Im Cannabis-Anbau unterscheidet man vor allem zwischen Deckelschildläusen und Schmier- bzw. Wollläusen, wobei letztere insbesondere im Freilandanbau größere Schäden anrichten.

Wie erkenne ich SCHMIERLÄUSE / WOLLLÄUSE?

Sie setzen sich gut sichtbar an den Stängeln und in den Blattachseln fest. Erkennbar sind sie an ihren weißen, watteartigen Wachsausscheidungen. Auch sie scheiden klebrigen Honigtau aus, der die Triebe überzieht.

Wie bekämpft man Wollläuse?

Gelbtafeln erfassen geflügelte Männchen. Bei leichtem Befall lassen sich die Schädlinge manuell mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen abstreifen. Danach mit Kaliseife behandeln. Neemöl hemmt die Entwicklung der Gelege. Für stärkere Behandlungen empfiehlt sich ein biologisches Präparat auf Basis von natürlichem Pyrethrum.

Wollläuse. Fotografie von Biobest

Weitere nützliche Anleitungen zur Schädlingsprävention findest du in unseren Ratgebern zu: Spinnmilben, Weichhautmilben, Pilzkrankheiten und Raupen.

- Kategorie : Schädlinge und Krankheiten